Lifestyle-Inflation besteht aus zwei Wörtern: Lifestyle und Inflation. Das englische Wort Lifestyle bedeutet «Lebensstil» und bezieht sich auf die Art, wie Menschen ihr Leben gestalten. Der Begriff «Inflation» meint dagegen einen allgemeinen Preisanstieg, der zur Folge hat, dass Geld an Wert verliert.
Der zusammengesetzte Begriff Lifestyle-Inflation vereint die beiden Bedeutungen: Lifestyle-Inflation setzt dann ein, wenn bei zusätzlichem Einkommen sich die Konsumausgaben und der allgemeine Lebensstil allmählich erhöhen. Gleichzeitig nimmt aber die Sparquote nicht oder nur unwesentlich zu.
Sich mit dem ersten Gehalt eine lang ersehnte Reise oder ein gemütliches Sofa zu gönnen, löst noch keine Lifestyle-Inflation aus. Vielmehr halten die Mehrausgaben schleichend Einzug. Was früher noch als Ausnahme oder kleine Belohnung galt, wird mehr und mehr zur Gewohnheit. Die Gründe können vielfältiger Natur sein: Nach der Ausbildung ist man möglicherweise aus der preiswerten WG in eine eigene Wohnung gezogen. Wurde bislang der Kochlöffel geschwungen, stellen jetzt Lieferservice und Restaurantbesuche ihre Dienstleistungen in Rechnung. Oder in den Ferien mietet man sich jetzt eine schicke Wohnung, während man vorher campen gegangen ist.
Im Allgemeinen tendieren viele Menschen dazu, ihre Ausgaben an ihre Einnahmen anzupassen. Dies ist normal und nicht zwangsläufig problematisch. Auf lange Sicht führt ein schleichend luxuriöserer Lebensstil aber zu stagnierenden Ersparnissen und Schwierigkeiten, grössere finanzielle Ziele – wie beispielsweise der Erwerb von Wohneigentum – zu erreichen. Darüber hinaus ist die Altersvorsorge erschwert. Lifestyle-Inflation erstickt also den Versuch, langfristig Vermögen aufzubauen. Natürlich kann das eine bewusste Entscheidung sein, man sollte sich aber auch der Kehrseite bewusst sein: Sinkt das Einkommen plötzlich wie etwa im Falle einer Arbeitslosigkeit oder einer Pensenreduktion, ist man gezwungen, seinen Lebensstil drastisch anzupassen, weil die Finanzpolster fehlen. Passt man seinen Lebensstil nicht an, kann dies in einer Verschuldung münden.
Wer überprüfen möchte, ob er selbst oder ein Familienmitglied von Lifestyle-Inflation betroffen ist, ist mit der Erstellung eines Budgets gut beraten. Die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben verschafft Überblick über getätigte Zahlungen.
Schon Jugendliche können ihr eigenes Budget erstellen, um ihr Sackgeld, das Geld für einen Ferienjob oder den Lehrlingslohn zu verwalten. Eine App wie die der Budgetberatung Schweiz hilft dabei.
Um den Nachwuchs vor schleichender Lifestyle-Inflation zu schützen, lohnt sich die Aufteilung des Einkommens auf verschiedene Konten. Unsere Übersicht zeigt Schritt für Schritt, wie das geht.
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