Bargeld galt in der Schweiz lange als beliebtestes Zahlungsmittel. Inzwischen befinden sich Zahlungsmethoden wie mobiles Bezahlen auf dem Vormarsch, wie der Swiss Payment Monitor zeigt.
Bargeld als Zahlungsmethode hat an Beliebtheit eingebüsst
Lange Zeit war Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in der Schweiz. Betrachtet man die Zahlungsmittel nach Transaktionsanteil, wird schnell klar: Bargeldzahlungen haben in den letzten Jahren beträchtlich abgenommen. Gemäss dem Swiss Payment Monitor der Universität St. Gallen und der ZHAW wurden 2019 mit 47,4 Prozent fast die Hälfte aller Transaktionen bar getätigt. Laut der aktuellsten Erhebung, die im November 2025 durchgeführt wurde, hat sich dieser Anteil seither nahezu halbiert (siehe Tabelle)1. So haben Herr und Frau Schweizer nicht nur weniger Bargeld im Portemonnaie, sie beziehen und bezahlen auch weniger häufig mit Barem.
Erhebung 2019
Erhebung 1 / 2022
Erhebung 1 / 2024
Erhebung 1 / 2026
Debitkarte
25,4%
31,8%
29,3%
23,8%
Kreditkarte
15,6%
16,4%
15,4%
17,2%
Bargeld
47,4%
30,2%
25%
23%
Mobiles Bezahlen
2,9%
13,3%
23,3%
31,4%
Im Vergleich: Zahlungsmittelanteile nach Anzahl Transaktionen im Gesamtmarkt gemäss Zahlungsmittel Quelle: Swiss Payment Monitor 2026, S. 4
Mobiles Bezahlen ist die meistgenutzte Zahlungsmethode
Mobiles Bezahlen – also sämtliche Bezahlvorgänge, die mit oder auf einem Mobilgerät getätigt werden – hat sich in der Schweiz zur häufigsten Zahlungsform entwickelt: 2026 werden 31,4 Prozent aller Transaktionen so abgewickelt. Damit liegt Mobile Payment nicht nur vor Bargeld (23 Prozent), sondern auch vor der Debitkarte (23,8 Prozent) und der Kreditkarte (17,2 Prozent).2
Dabei bieten Apps unterschiedliche Möglichkeiten des mobilen Bezahlens:
Bezahl-Apps wie Twint, Alipay oder Wechatpay können direkt mit einem Bankkonto verknüpft werden. Überweisungen werden so – wie bei einer Debitkarte – direkt dem Konto belastet. Mit Twint kann man zudem Geldbeträge direkt an einen anderen App-Nutzer senden. Dafür braucht es nur die Telefonnummer.
Bezahl-Apps wie Apple Pay, Samsung Pay oder Google Pay funktionieren wie ein digitales Portemonnaie für die eigenen Kreditkarten. Überweisungen werden über die Kreditkarte verbucht und Ende Monat via Kreditkartenabrechnung in Rechnung gestellt.
Händlerspezifische Apps wie beispielsweise SBB Mobile ermöglichen Zahlungen innerhalb einer App – sogenannte «in-App-Zahlungen». So kann über SBB Mobile ein Zugticket bezahlt werden.
Immer mehr Unternehmen haben inzwischen zudem Kryptowährungen wie den Bitcoin als Zahlungsmittel zugelassen. So akzeptiert zum Beispiel PayPal seit Ende März 2021 den Bitcoin. Dieser wird im Zahlungsvorgang vorgängig in gewöhnliche Währung umgetauscht.
Digitales Bezahlen wird auch in der Zukunft wichtig bleiben
Die Coronapandemie hat zweifelsohne als Beschleuniger des digitalen Zahlens gewirkt. So erlaubte das kontaktlose sowie das mobile Bezahlen Berührungspunkte zu reduzieren, über die man sich mit dem Virus anstecken konnte. Das zeigt sich auch in den Zahlen deutlich: Wie oben bereits erwähnt, wurden 2019, also vor der Pandemie, noch 47,4 % aller Transaktionen bar bezahlt – somit fast die Hälfte. In der Erhebung 1/2022 lag dieser Anteil nur noch bei 30,2 %. Das macht gut sichtbar, wie stark sich das Zahlungsverhalten in kurzer Zeit in Richtung digitaler Zahlungsmethoden verschoben hat. Die Pandemie ist inzwischen Geschichte, der Wandel hin zu digitalen Zahlungen setzt sich jedoch fort.
Offen bleibt hingegen, ob digitale Zahlungsoptionen Bargeld gänzlich abzulösen vermögen. Denn gemäss der neusten Erhebung des Swiss Payment Monitors lehnen insgesamt etwas mehr als zwei Drittel – genau genommen 68,8 Prozent – der Befragten eine Abschaffung von Bargeld eher oder klar ab.3 Als Fazit lässt sich festhalten: Auch wenn eine deutliche Mehrheit Bargeld weiterhin behalten möchte, nimmt die Nutzung digitaler Bezahlformen im Alltag dennoch stetig zu.
1, 2, 3 Swiss Payment Monitor 2026 – Wie bezahlt die Schweiz? Ausgabe 1/2026 Erhebung November 2025
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