Für Kinder ist die Sache klar: Ein Haustier ist ein Freund. Jemand, der da ist, wenn man nach Hause kommt, mit dem man spielen und kuscheln kann und der einem zuhört, ohne nachzufragen.
Eltern sehen dasselbe Tier durch eine andere Brille: Sie denken an die Verantwortung, die letztlich bei ihnen landet, an den Zeitaufwand im ohnehin dichten Familienalltag und an die Kosten, die über ein ganzes Tierleben hinweg zusammenkommen. Beide Perspektiven haben ihre Berechtigung – sie liegen einfach weit auseinander.
Ein schnelles Nein erspart Eltern Diskussionen mit dem Nachwuchs, löst aber nichts: Der Wunsch wird mit Sicherheit wieder auftauchen, spätestens zu Weihnachten oder zum nächsten Geburtstag. Ein schnelles Ja würde zwar ebenfalls Diskussionen sparen, nur bereut man die Entscheidung unter Umständen später. Die empfehlenswerte Variante liegt dazwischen: den Wunsch ernst nehmen und ihn zum Thema machen.
Zunächst sollten Eltern klarstellen, worum es überhaupt geht: Ein Haustier ist kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen – und die machen keine Pause. Das neue Familienmitglied braucht jeden Tag Aufmerksamkeit und Pflege, auch an schlechten Tagen. Füttern, Wasser wechseln, das Gehege reinigen, spazieren gehen, beschäftigen: Das sind keine Aufgaben, die man am Wochenende nachholt. So muss beispielsweise ein Hund auch dann raus, wenn es regnet und niemand Lust hat – weder die Eltern noch die Kinder.
Bevor eine Entscheidung fällt, lohnt sich ein gemeinsames Gespräch über diese Fragen:
Die Liste an Fragen ist nicht abschliessend. Wird die Entscheidung konkreter, lohnt sich das Gespräch mit Tierheimen oder erfahrenen Halterfamilien. Sie kennen den Alltag mit dem jeweiligen Tier am besten.
Nebst der neuen Verantwortung, die es zu tragen gilt, muss auch die Frage nach den Finanzen gestellt werden. Denn ein Haustier ist auch mit Kosten verbunden, und zwar jeden Monat.
Für Kinder ist meist nur der Anfang sichtbar: das Tier selbst, vielleicht noch der Korb und das erste Futter. Aus diesem Grund sollten Eltern dem Nachwuchs früh aufzeigen, wo zusätzlich überall Kosten entstehen: eben nicht nur bei der Anschaffung selbst, sondern auch regelmässig danach – unter anderem bei Impfungen, Spielzeug und Pflegemittel.
Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass die Kosten für ein Haustier direkten Einfluss auf das Familienbudget haben. Was für das Tier ausgegeben wird, fehlt an anderer Stelle. Die Auswirkungen davon können dem Nachwuchs anhand konkreter Beispiele vor Augen geführt werden: Ist das Kind bereit, dafür weniger Ausflüge zu machen? Seltener in die Ferien zu fahren? Beim nächsten Geburtstagswunsch kleiner zu denken?
Mit dem Beantworten dieser Fragen merkt das Kind, dass das Familienbudget einen Rahmen hat, in dem alles Platz finden muss. Die Anschaffung eines Haustiers bietet sich somit auch als ideale Gelegenheit an, um mit Kindern über Geld zu reden.
Am besten erstellen Eltern und Kind gemeinsam ein einfaches Budget: Was kostet das Tier einmalig, was jeden Monat, was pro Jahr? Die Zahlen zusammenzutragen ist einerseits für die Kinder lehrreich, andererseits sehen Eltern direkt schwarz auf weiss: Können wir uns ein Haustier überhaupt leisten?
Die folgende Tabelle zeigt, welche Kosten bei beliebten Haustieren über ein ganzes Tierleben zusammenkommen. Die detaillierte Aufschlüsselung findet sich in unserem kostenlosen Download-Dokument.
Wie hoch die Haustierkosten ausfallen, hängt stark von der jeweiligen Tierart ab:
| Tierart | Kosten über das ganze Leben | Lebenserwartung im Durchschnitt |
|---|---|---|
| Hund | 18’900 bis 69’000 Franken | 10–15 Jahre |
| Katze | 9000 bis 63’700 Franken | 12–20 Jahre |
| Zwergkaninchen | 4090 bis 16’410 Franken | 6–10 Jahre |
| Meerschweinchen | 2890 bis 10’170 Franken | 4–6 Jahre |
| Hamster, Ratten | 1460 bis 2000 Franken | 2–3 Jahre |
| Kleine Fische | 340 bis 2000 Franken | 2–5 Jahre |
| Wellensittiche | 4560 Franken | 10 Jahre |
Quelle: Dachverband Budgetberatung Schweiz
Ein Haustier ist eine langfristige Entscheidung, auch finanziell. Deshalb empfiehlt es sich für Eltern, gemeinsam mit dem Kind durchzurechnen, welche Kosten auf die Familie zukommen und ob diese dauerhaft Platz im Budget finden. Fällt die Antwort positiv aus und sind sich alle einig, die neue Verantwortung zu tragen, steht dem neuen Familienmitglied nichts im Weg. Fällt sie negativ aus, hat das Kind trotzdem etwas mitgenommen: Wünsche sind schön und dürfen durchaus geäussert werden – aber sie wollen auch geplant und finanziert sein.
Kaufpreis, monatliche und jährliche Kosten sowie Zusatzausgaben: Unsere Übersicht zeigt die Zahlen für verschiedene Tierarten und erleichtert Eltern die Planung vor der Anschaffung.
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