Lernfahrausweis, Führerschein, erstes Auto: Diese Kosten fallen an
Lars Gabriel Meier 5 Minuten

Führerscheinprüfung, Autokauf, Autoversicherungen, Benzinpreise: Der Weg zum Autofahren ist für junge Erwachsene nicht nur ein erster Schritt in die Unabhängigkeit, sondern stellt auch eine finanzielle Herausforderung dar.  Mit einer frühzeitigen Zusammenstellung aller (Folge-)Kosten und der Erstellung eines Budgets schaffen Neulenkerinnen und Neulenker die Grundlage, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und Sparziele zu erreichen.

Welche Kosten fallen für den Fahrausweis an?

Seit Januar 2021 ist es Jugendlichen möglich, den Lernfahrausweis im Alter von 17 Jahren zu erwerben. Der Antrag kann dabei ein bis zwei Monate vor dem 17. Geburtstag gestellt werden, wobei es kantonale Unterschiede gibt.

Falls der Lernfahrausweis vor dem 20. Geburtstag erworben wird, gilt eine Mindestausbildungsdauer von zwölf Monaten. Diese startet mit dem Erhalt des Lernfahrausweises. Die praktische Fahrprüfung kann somit erst ab dem 18. Geburtstag abgelegt werden.

Ein zentraler Schritt auf dem Weg zum Führerschein umfasst die bewusste Planung der Kosten mithilfe eines Budgets. Hierbei sollten nicht nur die Gebühren für die Fahrschule berücksichtigt werden, sondern auch Ausgaben für Lernmaterialien, Anmeldegebühren, den notwendigen Sehtest sowie den Nothelferkurs. Die genaue Kenntnis der Kosten ermöglicht eine gezielte finanzielle Vorbereitung. Den grössten Kostenpunkt stellen in den meisten Fällen die Fahrstunden dar.

Alles in allem muss man auf dem Weg zum Führerschein mit Kosten in der Höhe von ungefähr 2000 bis 4000 Franken rechnen. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Kosten über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr oder länger anfallen können, abhängig von der individuellen Lerngeschwindigkeit und den Anforderungen der jeweiligen Fahrschule. Mit einem Führerschein-Kostenrechner lässt sich ein erster Überblick über die Kosten auf dem Weg zum Führerschein verschaffen.

Eine langfristige und seriöse Planung ist insofern von Bedeutung, weil mit dem Bestehen der praktischen Fahrprüfung noch nicht alle Kosten gestemmt wurden: Haben Neulenkerinnen und Neulenker die praktische Fahrprüfung bestanden, erhalten sie zunächst den Führerausweis auf Probe.

Um den unbefristeten Führerschein zu erhalten, ist der Besuch des Weiterausbildungskurses, kurz WAB-Kurs, obligatorisch. Dieser muss innert zwölf Monaten nach dem Erhalt des Führerausweises auf Probe absolviert werden. Hier fallen zusätzlich Kosten in der Höhe von 150 bis 300 Franken an.

Das erste eigene Auto finanzieren

Wenn der Kauf eines Neuwagens nicht ins Budget passt, bieten sich verschiedene Alternativen an, um dennoch mobil zu sein:

Occasion statt Neuwagen

  • Niedrigere Versicherungskosten im Vergleich zu einem Neuwagen
  • Schnellere Verfügbarkeit, da kein Warten auf Produktions- und Lieferzeiten

Car-Sharing

  • Flexible Nutzung von Fahrzeugen für kurze Zeiträume
  • Vermeidung der laufenden Kosten eines eigenen Autos

Leasing

  • Monatliche Raten anstelle eines grossen Kaufbetrags
  • Option auf regelmässige Aktualisierung des Fahrzeugs

Auto-Abo

  • Inklusive Wartung, Versicherung und oft ohne Anzahlung
  • Häufig für längere Zeiträume, ähnlich wie bei einem traditionellen Leasing

Neben dem üblichen Car-Sharing besteht auch die Möglichkeit zum Familien-Car-Sharing, bei dem man sich als Familie ein Auto teilt. Bezüglich der anfallenden Kosten, die gedeckt werden müssen, sollten klare Regeln und Vereinbarungen getroffen werden. Die Höhe der Beteiligung sollte individuell angepasst sein, abhängig vom Einkommen des Nachwuchses.

Die optimale Wahl für eine der genannten Alternativen hängt dabei von individuellen Präferenzen und Bedürfnissen ab. Wenn beispielsweise regelmässige Autofahrten anstehen, könnte Car-Sharing teurer werden. Letztlich sollte jene Option gewählt werden, die sowohl am besten zum persönlichen Lebensstil und als auch ins Budget passt.

Welche laufenden Kosten fallen beim Autofahren an?

Mit einem Autokauf sind die Kosten noch nicht abgeschlossen – denn auch danach kommen weitere Ausgaben in Form von Unterhaltskosten hinzu. Diese Kosten setzen sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: den Fixkosten und den variablen Betriebskosten. Diese gilt es zu kennen und korrekt zu budgetieren.

Mögliche FixkostenMögliche Betriebskosten
jährliche Abschreibung auf das FahrzeugBenzin
LeasingkostenReifen
Kosten für Versicherung und VerkehrssteuerReparaturen
AutobahnvignetteService
ParkplatzMautgebühren
AutopflegeFahrzeugreinigung

Nun stellt man sich als Neulenkerin oder als Neulenker die Frage: Was kostet ein Auto pro Monat? Gemäss des Dachverbands Budgetberatung Schweiz liegen die monatlichen Kosten für ein Auto schnell bei rund 500 Franken oder sogar mehr, wenn alle Aspekte berücksichtigt werden. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man sich daher bereits im Vorfeld einen klaren Überblick über die Unterhaltskosten verschaffen.

Für einen gelungenen Start auf der Strasse sollten Neulenkerinnen und Neulenker ausserdem die folgenden Versicherungen im Blick haben:

  • Motorfahrzeughaftpflichtversicherung (obligatorisch in der Schweiz)
  • Teilkaskoversicherung (optional)
  • Vollkaskoversicherung (optional)
  • Bonusschutz (optional)
  • Fremdlenkerversicherung (optional)

Sparmöglichkeiten rund um den Führerschein

Sparmöglichkeiten vor der Führerscheinprüfung:

  • Wahl des Getriebes: Durch das Erlernen des Automatikfahrens – im Gegensatz zur Handschaltung – kann die Anzahl der benötigten Lehrfahrstunden unter Umständen reduziert werden, was wiederum zu Kosteneinsparungen führt.
  • Privates Üben: Regelmässige private Lernfahrten verbessern die Fahrpraxis und minimieren die Anzahl der notwendigen Fahrstunden mit einer Fahrlehrerin oder einem Fahrlehrer.
  • Sparpakete nutzen: Fahrschulen bieten häufig Sparpakete an, die kosteneffizient sind und eine strukturierte Ausbildung ermöglichen.
  • Prüfung beim ersten Mal bestehen: Die erfolgreiche Absolvierung der Fahrprüfung beim ersten Versuch verhindert zusätzliche Kosten für Wiederholungsprüfungen und zusätzliche Fahrstunden.
  • Fristen einhalten: Das rechtzeitige Einhalten von Fristen, insbesondere für den WAB-Kurs, vermeidet kostspielige Konsequenzen.

Sparmöglichkeiten nach der Führerscheinprüfung:

  • Familien-Car-Sharing: Klare Regeln für das gemeinsame Nutzen eines Familienautos nach der Fahrprüfung helfen, die individuellen Kosten zu minimieren.
  • Car-Sharing nutzen: Abhängig von der Nutzung kann Car-Sharing eine kostengünstige Alternative zum Kauf oder Leasing eines eigenen Autos darstellen.
  • Familientarife: Die Anmeldung des Fahrzeugs als Zweit- oder Drittwagen in der Familie ermöglicht der Fahranfängerin respektive dem Fahranfänger, von günstigeren Familientarifen zu profitieren.
  • Kluge Fahrzeugwahl: Die Auswahl eines kostengünstigen Autos basierend auf Alter, Preis und Leistung wirkt sich positiv auf die Versicherungsprämien aus.
  • Selbstzahlung bei kleinen Schäden: Kleine Schäden selbst zu zahlen, anstatt sie über die Versicherung abzuwickeln, hilft, höhere Versicherungsprämien zu vermeiden.